Gretlers Panoptikum zur Sozialgeschichte

Foto aus Gretlers Panoptikum zur SozialgeschichteFoto aus Gretlers Panoptikum zur SozialgeschichteGretlers Panoptikum zur SozialgeschichteFoto aus Gretlers Panoptikum zur Sozialgeschichte

Das Panoptikum zur Sozialgeschichte ist ein Foto- und Bildarchiv, das Roland Gretler seit den 1970er Jahren in Zürich aufgebaut hatte. Zunächst standen Bilder und Fotografien zur Arbeiter­bewegung und ihrer Sozial- und Alltags­geschichte im nationalen wie auch inter­nationalen Kontext im Zentrum seines Sammelns. Im Laufe der Jahre weitete sich Roland Gretlers Interesse auf die Geschichte sozialer Bewegungen und auf die Sozial­geschichte allgemein aus.

In der Schweiz ist durch die Sammler­tätigkeit Gretlers das wohl wichtigste Bildarchiv zur Sozial­geschichte entstanden. Das Archiv hat sowohl national wie auch inter­national grosse Bedeutung. Seine Relevanz zeigt sich unter anderem darin, dass kaum eine Publikation zur Sozial­geschichte in der Schweiz ohne Bild­material aus dem Fotoarchiv auskommt. In zahl­reichen Ausstel­lungen und Publi­kationen in In- und Ausland sind Foto­grafien und Bilder aus dem Panoptikum zur Sozial­geschichte zu sehen gewesen und noch zu sehen.

Roland Gretlers Biografie: Am 30. Mai 1937 in St.Gallen geboren, zog es ihn nach abgeschlossener Handelsschule zuerst nach Basel ans Tropeninstitut und schliesslich nach Zürich. Dort ging er zuerst bei Johannes Meiner und später beim Werbe- und Industriefotografen René Groebli in die Foto­grafen­lehre. Als selbstständiger Fotograf arbeitete Gretler weiterhin in diesen beiden Bereichen, wandte sich in den 1970er Jahren aber zunehmend der Fotografie im Bereich der bildenden Kunst zu.

Als politisch engagierter Mensch und Staatsbürger und als Aktivist des weltweiten Aufbruchs um das Jahr 1968 interessierte sich Gretler schon früh für die Geschichte der Arbeiterbewegung und der Industrialisierung sowie deren soziale Aus­wir­kungen, insbesondere für deren bildliche Doku­mentation. In den 1970er Jahren begann Roland Gretler mit dem Sammeln von Bilddokumenten (Fotografien, Grafiken, Plakaten) über Entstehung und Entwicklung der Arbeiterbewegung. Mit der Zeit weitete sich Gretlers Sammelinteresse auf die Sozialgeschichte generell aus. So entstand über die Jahrzehnte ein einzigartiges Bildarchiv, das mehrere tausend Objekte umfasst: Gretlers Panoptikum zur Sozialgeschichte.

Roland Gretler lebte bis zu seinem Tode am 22. Januar 2018 mit seiner Frau Annelies in Herisau. Das Panoptikum zur Sozialgeschichte befindet sich im Kanzlei-Schulhaus im Zürcher Kreis 4.

Kontakte:
Anne Gretler: E-Mail, 071 351 60 41
Roland Gretler (Sohn): E-Mail
Sarah Gretler (Tochter): 077 441 91 60

Bildlegenden v.l.n.r:

  • Arbeiterin und Mutter, Anfang 20. Jh.
  • Schneiderinnen des Haute-Couture-Hauses Schiaparelli in Genf er­kämpf­ten mit einem erfolgreichen Streik eine Lohnerhöhung von 10–15 Rp. pro Stunde und ihre Aufnahme in einen Gesamtarbeitsvertrag, August 1947
  • Fabrikler mit Bub, Zürcher Oberland, Anfang 20. Jh.
  • Proletarisches Paar? Jedenfalls keine Herrenleute. Im Restaurant «Alter Friesenberg», März 1923

Kurzes Filmportät von Roland Gretler und dem Panoptikum zur Sozialgeschichte im Rahmen der Publikation «Vom Wert der Arbeit»:

art-tv.ch

Wie man Geschichte ins Bild setzt:

Artikel in der «ZEITLUPE», Ausgabe 1/2 · 2008 (PDF)